Funktioniert Pinterests visuelle Suche als Marketing-Maßnahme?

Anna Christina Harms  •  Digital Marketing Managerin  •  LinkedIn
9. Juni 2021

Eine digitale Plattform, die den Traffic noch an die eigene Webseite weitergibt und eine richtige Konversion-Maschine sein kann? In Zeiten von schrumpfender organischer Reichweite, der gleichzeitig eine immer größere Anzahl an Veröffentlichungen gegenübersteht, eigentlich undenkbar. Aber es gibt diese Plattform: Pinterest, dessen erklärtes Ziel es ist, ein positiver und inspirierender Raum im Internet zu sein.

Neben klassischen Funktionen wie der Anzeigenschaltung und dem Veröffentlichen von Content, in diesem Fall »Pins«, bietet Pinterest vor allem für seine Nutzer eine Vielzahl an spannenden Funktionen, die auch unter Marketing-Gesichtspunkten spannende Möglichkeiten bieten. Eine davon ist die visuelle Bildersuche.

Geschickt eingesetzt, lässt sich mit ihr zusätzlicher Traffic für die eigene Webseite oder den eigenen Online Shop erreichen. Wir zeigen Ihnen im Artikel wie das geht und haben am Ende noch eine handliche Checkliste für Sie, damit Sie das Beste aus Ihrem Pinterest-Account herausholen können.

Pinterest im Marketing-Mix

Richten sich Ihre Produkte vor allem an Millennials – also Nutzer aus den Jahrgängen 1981-1998? Dann ist Pinterest eine gut passende Plattform für Sie. Pinterest hat sich mittlerweile in dieser Altersgruppe als Bilder-Suchmaschine etabliert. Allein in Deutschland verzeichnet das Unternehmen 14,6 Millionen aktive Nutzer im Monat und ist vor allem in der Gruppe der weiblichen Millennials beliebt.

Dennoch fristet Pinterest im Marketing-Mix vieler Unternehmen ein Schattendasein und wird zu Unrecht als Plattform für Hausfrauen und Bastlerinnen abgetan.

Denn die Plattform überzeugt vor allem in der Phase der Kaufanbahnung und des Kaufabschlusses:

  • Die Wahrscheinlichkeit einer kaufbezogenen Aktion auf Pinterest ist 1,5x höher als bei Nutzern auf anderen sozialen Plattformen.
  • Die Ad-Kosten pro Conversion sind im Vergleich zu anderen Plattformen 2,3x geringer.
  • Pinterest spielt bereits eine wichtige Rolle in der Informationsphase des potenziellen Kunden. Hier werden Inspirationen gesammelt, so dass die Nutzer schon früh mit Ihren Produkten in Berührung kommen können.

Ein weiteres Argument dafür, dass Pinterest in Ihren Marketing-Mix hineingehört: Seine Features geben Ihnen die Möglichkeit Ihre Dienstleistungen und Produkte elegant und ohne aggressives Push-Marketing dem Kunden vorzuschlagen. Wenn Sie die Pinterest-interne Bildsuche geschickt einsetzen, können Sie potenziellen Kunden vorgeschlagen werden. Alles, was Sie dazu benötigen ist ein Pinterest-Konto und Ihre optimierten Produktbilder. Wir zeigen Ihnen, wie das Ganze funktioniert.

Die Pinterest Bildersuche geschickt für die eigene Reichweite nutzen

Obwohl Pinterest mittlerweile seit 2016 über eine visuelle Suche verfügt, ist vielen e-Commerce-Unternehmen gar nicht bewusst, wie sie ihren Online Shop und ihre Verkäufe durch dieses Feature unterstützen können. Haben Sie die visuelle Suche in der Pinterest-App schon genutzt? Falls nicht, kommt hier ein kurzer Überblick über die Funktionsweise.

Auf visuellen Streifzügen

Besonders in der aktuellen Zeit ist es nicht mehr unbedingt möglich, einen gemütlichen Einkaufsbummel durch die Innenstädte zu machen. Genau dafür hat Pinterest bereits die passenden Features, um das Shopping-Erlebnis direkt in die eigenen vier Wände des App-Nutzers zu holen. Das gleiche Erlebnis bietet sich auch Interessierten, die Pinterest am PC verwenden. Der Standardweg führt dabei über die Keyword-basierte Textsuche. Der Nutzer gibt ein Schlagwort, z.B. Wanddekoration, ein und bekommt Pins vorgeschlagen, die besonders gut zum Nutzer passen und auf das Keyword ranken.

Jedoch bietet Pinterest auch eine visuelle Alternative, bei der die Suche auf Bildmaterial basiert. Diese Suche spielt besonders in Alltagssituationen ihre Stärke aus und bietet Ihnen Chancen sich potenziellen Kunden zu präsentieren. Doch bevor wir Ihnen zeigen, wie Sie die visuelle Suche zu Ihrem Vorteil nutzen können, betrachten wir zuerst wie der Nutzer eine Suche damit durchführt.

Mit dem Handy auf Entdeckungsreise

Das Ausgangsszenario: Sie sind zu Besuch bei Freunden und entdecken an der Wand ein tolles Poster. Die Teekanne, die sich davor befindet, spricht Sie ebenfalls sehr an. Auf die Frage, woher beides stammt, kann der Gastgeber leider nur mit einem “Das weiß ich nicht mehr, die beiden habe ich schon vor Ewigkeiten gekauft.” antworten.

Jetzt haben Sie Dank der visuellen Suche  einen Ansatzpunkt, um Ihre Suche nach Poster und Teekanne zu starten. In der Such-Übersicht der Pinterest-App (linkes Bild) findet sich neben dem Eingabefeld für Text eine kleine Kamera. Ein Klick darauf öffnet das Fenster für die visuelle Suche, das in etwa so aussieht wie die Kamerafunktion Ihres Mobiltelefons. Als suchender Nutzer machen Sie jetzt ein Foto von den Gegenständen, die Sie interessieren, in unserem Beispiel die Teekanne vor einem Poster.

Pinterest’s visuelle Suche über die Suchumgebung aufrufen
Pinterest’s visuelle Suche über die Suchumgebung aufrufen
Die Suche wird über das geschossene Foto in der Pinterest-App ausgeführt.
Die Suche wird über das geschossene Foto in der Pinterest-App ausgeführt.

Das jetzt geschossene Foto wird von Pinterest auf seinen Inhalt ausgelesen und mit dem auf der Plattform vorhandenen Bildmaterial abgeglichen. Während der Suche durchgeführt wird, fliegt Konfetti über Ihren Bildschirm (rechts Bild), um die Wartezeit bis zur Präsentation der Ergebnisse für Sie kurzweiliger zu gestalten.

Erstes Suchergebnis mit Vorschlägen für Wanddekorationen
Erstes Suchergebnis mit Vorschlägen für Wanddekorationen
Zweites Suchergebnis mit Vorschlägen für Teekannen
Zweites Suchergebnis mit Vorschlägen für Teekannen

Nachdem die Suche abgeschlossen ist, öffnet sich im unteren Teil des Bildes eine mögliche Vorschlagsliste. Mit einem Wisch nach oben öffnen sich alle Pins, die Pinterest als ähnlich oder gleich identifiziert hat.

Als Pinterest-Nutzer haben Sie jetzt zwei Möglichkeiten: Sich die Suchergebnisse zu merken oder direkt auf die Webseite und in den Shop eines Unternehmens zu gehen, um den gefundenen Artikel zu kaufen.

Unser Tipp: Je nach fotografiertem Winkel ändert sich die Vorschlagsliste. Es lohnt sich daher für die Nutzer, die Suche mehrfach auszuführen. Die visuelle Bildersuche eignet sich außerdem auch sehr gut, um herauszufinden welche Konkurrenzprodukte für das eigene Produkt vorgeschlagen werden, wenn es fotografiert wird.

Die Vorschlagsliste von Pinterest zeigt noch mehr. So wird im Beispiel rechts deutlich, dass aktuell nur wenige Rich Pins gezeigt werden. Ein Hinweis darauf, dass mit einem gut gepflegten Produktkatalog und Rich Pins auf Pinterest die Möglichkeit besteht mit den eigenen Produkten hervorzustechen. Beide Pin-Arten sind mit zusätzlichen Informationen versehen und fallen dadurch auf.

Was sind Rich Pins?

Neben den klassischen Pins, die nur aus Bild, Überschrift und Bildbeschreibung bestehen, gibt es auf Pinterest noch sogenannte Rich Pins. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich bei Rich Pins um »angereicherte« Pins. Von ihnen gibt es drei Arten: Produkt-, Rezept- und Artikel-Rich Pins.

Jeder Rich-Pin-Typ wird um zusätzliche, zum Pin passende Inhalte ergänzt. So zeigen Produkt-Rich Pins als Ergänzung u.a. den Produktpreis an, bei Rezept-Rich Pins lässt sich schnell die Zubereitungszeit ablesen und Artikel-Rich Pins weisen den Blogartikel-Autor aus. Bevor ein Pins zu einem Rich Pin wird, muss er validiert werden. Dafür stellt Pinterest den Rich Pins Validator zur Verfügung.

Die visuelle Suche ist ein Weg, wie Ihre Produkte hier ohne Push-Marketing dem Kunden präsentiert werden.

Es müssen nicht immer die eigenen Fotos sein

Wie viele andere Plattformen setzt Pinterest stark auf eine mobile Nutzung seiner App. Aber auch Desktop-Nutzer können mit Pinterest auf eine digitale Einkaufstour gehen: Mit Hilfe der Markierungsfunktion, die in den bereits hochgeladenen Pins integriert ist. Sie funktioniert ähnlich wie die visuelle Suche und bietet ebenfalls die Möglichkeit neue Produkte zu entdecken.

Für die Anwendung rufen die Nutzer einfach einen beliebigen Pin auf und klicken auf die kleine Lupe, hinter der sich der Markierer versteckt.

Für die Anwendung rufen die Nutzer einfach einen beliebigen Pin auf und klicken auf die kleine Lupe, hinter der sich der Markierer versteckt.

Bereits markierte und gesuchte (Produkt-)Pins werden als Punkte angezeigt (unteres Bild). Wenn das richtige Produkt noch nicht in den Ideen im rechten Bereich, dem Vorschlagsbereich, angezeigt wird, kann der Nutzer individuell einen Rahmen ziehen und den abzugleichenden Bildteil eingrenzen.

Sie erinnern sich vielleicht an den Hinweis, dass viele Unternehmen Pinterest noch nicht für sich als Marketing-Plattform entdeckt haben? Das zeigt sich auch in der Übersicht im Bild. Bei den Vorschlägen handelt es sich um Pins von Nutzern oder Pins, die noch keine Rich Pins sind. Preise und Warenverfügbarkeit fehlen, die Bildinhalte sind relativ generisch. Unternehmen, die ihre Pins optimieren, sind hier im Vorteil und werden positiver durch die Nutzer wahrgenommen.

Optimieren Sie Ihre Pins für die visuelle Suche

Damit Sie von der visuellen Suche auf Pinterest profitieren sind zwei Dinge besonders wichtig: Die Gestaltung Ihrer eigenen Pins und der Einsatz von Rich Pins, um in der Vorschlagsliste hervorzustechen.

Damit Pinterest Ihre Produkte der Suchanfrage zuordnen kann, benötigt der Such-Algorithmus als erstes Ihre Produktbilder. Für die visuelle Suche ist es vor allem wichtig, dass Pinterest Ihre Produktbilder einer Suchanfrage zuordnen kann. Was bedeutet das konkret? Besonders wenn die App dazu genutzt wird, einen Gegenstand in einer Alltagssituation auf Pinterest zu finden, helfen sterile Produktbilder nicht unbedingt weiter.

Ergebnisse der Suche vor einem sterilen Hintergrund. Es werden vor verstärkt Pins mit klassischen Produktbildern vorgeschlagen.
Ergebnisse der Suche vor einem sterilen Hintergrund. Es werden verstärkt Pins mit klassischen Produktbildern vorgeschlagen.
Visuelle Suche über die App in einer natürlichen Umgebung. Pinterest gibt als Ideen vor allem Pins mit einem ähnlichen Hintergrund.
Visuelle Suche über die App in einer natürlichen Umgebung. Pinterest gibt als Ideen vor allem Pins mit einem ähnlichen Hintergrund.

Für Ihre Produktpräsentation auf Pinterest bedeutet das: Klassische Produktbilder decken nur einen Teil der Suchergebnisse ab, Sie brauchen zusätzlich Produktbilder, die in einem natürlichen Umfeld aufgenommen worden sind. Weil die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass Nutzer in Alltagssituationen mit ihrer Recherche beginnen und die Zeit für die Suche nach einer weißen Wand nicht aufwenden möchten.

Dazu ist es wichtig, die Features zu nutzen, die Pinterest Ihrem Unternehmen bietet. Ganz vorne weg können wir Ihnen die Nutzung von Rich Pins oder den neu eingeführten Produktkatalogen ans Herz legen. Mit beiden Varianten können Ihre Pins mit dem Preis und der Warenverfügbarkeit ausgezeichnet werden und sind dadurch leichter als “kaufbar” zu erkennen. Vor allem Nutzer mit einer hohen Kaufabsicht bieten diese Pins eine höhere Zufriedenheit, da sie sofort wissen wie die vorgestellten Produkte zu erwerben sind.

Mit diesen beiden abschließenden Tipps sind Sie jetzt startklar dafür, die visuelle Bildersuche auf Pinterest für Ihre Produktpräsentation zu nutzen.

Ihr Pinterest-Profil im Check

Können Sie sich vorstellen, dass Pinterest zukünftig eine noch größere Rolle in Ihrem Marketing-Mix spielen wird? Wenn Sie in Zukunft mit Ihrem Pinterest-Account noch aktiver und erfolgreicher sein möchten, haben wir für Sie eine Checkliste zusammengestellt, damit Sie schnell und unkompliziert den größtmöglichen Nutzen aus Ihrem Pinterest-Profils herausholen können. Gern beraten wir Sie auch persönlich zu Ihren geplanten Vorhaben.

Laden Sie sich hier unsere Pinterest Checkliste kostenfrei herunter

    Mehr über Anna Christina Harms

    Seit 2021 verstärkt Anna rekordmarke im Bereich Social Media und Suchmaschinen-Optimierung. Mit Erfahrung aus dem Verlagswesen, der Automobil- und Eventbranche im Gepäck begeistert sie im Digitalmarketing vor allem die Verbindung von Daten und Kreativität. Außerhalb der Arbeit findet man sie vor allem beim Sport im Sand oder Schnee.

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